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Kennzahlen grundsätzlich überprüfen

Zuerst ist es wichtig zu wissen, was die wichtigsten grundlegenden Kennzahlen bedeuten, um diese anschließend überprüfen zu können. Denn diese Zahlen dokumentieren die vergangene wirtschaftliche Entwicklung Ihres Unternehmens und geben Aufschluss darüber, wie "fit" es finanziell im Augenblick ist. Nach dieser Standortbestimmung erhalten Sie Anregungen, wie Sie Ihre Kennzahlen kurzfristig und langfristig in den Griff bekommen und welches Früherkennungspotenzial in diesen Zahlen stecken kann. Im Folgenden werden nun einige Kennzahlen erläutert, die Sie ermitteln können, wenn Sie eine Bilanz/GuV erstellen. Für Unternehmen mit einer Einnahmen-Überschussrechnung gibt es Varianten dieser Kennzahlen. Bei den grundlegenden Kennzahlen handelt es sich um:

Kennzahlen über die finanzielle Stabilität Ihres Unternehmens

Die Liquiditätsreserve gibt an, wie lange Ihre finanziellen Mittel, die Ihnen zur Begleichung Ihrer Zahlungsverpflichtungen in einem bestimmten Zeitraum zur Verfügung stehen, noch ausreichen.

Der Liquiditätsgrad sagt aus, bis zu welchem Grad Ihr Unternehmen mit seinen flüssigen Mitteln und Kundenguthaben (Forderungen, Debitoren) seine kurzfristigen Schulden bezahlen kann.

Die Eigenkapitalquote gibt Auskunft, ob Sie im Verhältnis zu Ihrer Bilanzsumme genügend Eigenkapital oder zu viele Schulden haben.

 

Kennzahlen über die Ertragslage Ihres Unternehmens

Der Cash Flow (Umsatzüberschuss, Finanzmittelüberschuss) ist der Teil des Umsatzes, der an Liquidität im Unternehmen zurückbleibt und für Investitionsausgaben, zur Schuldentilgung und zur Gewinnausschüttung zur Verfügung steht. Er ist also keine frei verfügbare Größe.

Die Umsatzrendite (Gewinnspanne) gibt an, wie groß der Anteil des Gewinns am Umsatz ist. Er zeigt auf, wie viel Gewinn aus € 1,-- Umsatz Sie erzielen.

So können Sie Kennzahlen selbst berechnen, wenn Sie eine Bilanz/GuV erstellen.

Alternativ können Sie Ihre finanzielle Situation auch selbst hinterfragen (bei einer Einnahmen-Überschussrechnung), indem Sie statt des Jahresüberschusses Ihr Betriebsergebnis verwenden.

Wenn Sie eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung erstellen, können Sie darüber hinaus beispielsweise eine ganz einfache Belastungsrechnung durchführen, die Ihnen Auskunft gibt, wie hoch Ihr "Risikopolster" ist.

Welche Bedeutung hat die Liquiditätsreserve?

Liquidität ist für Ihr Unternehmen lebenswichtig. Wenn Sie nicht liquide sind, droht Ihnen die Zahlungsunfähigkeit. Als Unternehmer sollten Sie daher immer einen bestimmten Betrag sofort verfügbar haben. Diese flüssigen Mittel, zusammen mit Ihrer Kreditlinie bei der Bank sind Ihre Liquiditätsreserve. Nun müssen Sie sich überlegen, wie lange diese Reserve ausreicht, um Ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Monate, Wochen oder gar nur wenige Tage? Für Ihre tägliche Arbeit und Ihr tägliches Handeln ist diese Liquiditätsreserve von zentraler Bedeutung. Als Faustregel kann man sagen, Ihre Liquiditätsreserve muss für drei Monate ausreichen. Denn je besser Sie Ihre Zahlungsverpflichtungen erfüllen können, desto größer ist Ihr finanzieller Handlungsspielraum. Sie sollten daher immer bestrebt sein, die Liquiditätsreserve Ihres Unternehmens zu sichern und durch die Zuführung neuer liquider Mittel sogar noch zu erhöhen. Denn Liquiditätsengpässe und ihre existenzbedrohenden Auswirkungen können durch den Aufbau einer kleinen aber ausreichenden Liquiditätsreserve vermieden werden. Von der Liquiditätsreserve hängt es ab, wie zahlungsfähig Ihr Unternehmen ist.

Beispiel:
Eine Händlerin, die erfolgreich Bademoden verkauft, nutzt ihre positive Ertragslage, um mit ihrer Bank ihren Kreditrahmen zu verhandeln. So beugt sie frühzeitig und aus einer starken Verhandlungsposition heraus eventuell einmal auftretenden Liquiditätsengpässen vor. Sollte sich ihr Umsatz verschlechtern, wäre so ihre Liquidität dennoch erst einmal gesichert, da Ihre Liquiditätsreserve durch die Erhöhung Ihrer Kreditlinie verbessert wurde.

TIPP: Reichen Ihre liquiden (flüssigen) Mittel und Ihre Kreditlinie bei der Bank oder Sparkasse nur noch für weniger als zwei Wochen für Ihre künftigen Zahlungen aus, ist Ihr finanzieller Handlungsspielraum gefährlich eingeschränkt. Sie müssen handeln und beispielsweise Ihre Außenstände schneller eintreiben. Bedenken Sie: Fehlende Liquidität und die schlechte Zahlungsmoral ist für die Unternehmen das größte Problem und der Konkurs-/Insolvenzgrund Nr. 1. Das muss nicht sein.

Welche Bedeutung hat der Liquiditätsgrad?

Diese Kennzahl sagt aus, bis zu welchem Grad Ihr Unternehmen mit seinen liquiden Mitteln und Forderungen seine kurzfristigen Schulden bezahlen kann. Als Faustregel gilt 100 %, d.h. Ihr Unternehmen ist dann in der Lage, alle seine kurzfristigen Schulden zu bezahlen. Sobald ein Unternehmen in einen Liquiditätsengpass gerät, droht ihm sehr schnell die Gefahr, wegen Zahlungsunfähigkeit in Insolvenz zu gehen. Deshalb muss der Liquiditätsgrad laufend gemessen werden. Er ist ein Maß für die Fähigkeiten Ihres Unternehmens, zu einem bestimmten Zeitpunkt seine kurzfristigen Verbindlichkeiten erfüllen zu können.

Wichtig: Auch ein rentabel arbeitendes Unternehmen kann zahlungsunfähig, also illiquide werden. Es brauchen nur einige Kunden später als erwartet zu bezahlen. Deshalb beachten Sie den Grundsatz
"Liquidität geht vor Rentabilität!"

Wichtig: Die angegebenen Messgrößen und die Bewertung in gut bis unbefriedigend sind nur Erfahrungswerte. Sie berücksichtigen nicht firmen- und branchenspezifische Besonderheiten Ihres Unternehmens. Besorgen Sie sich daher immer die aktuellen Richtwerte für Ihre Branche. Meist kann Ihnen Ihre IHK, die Handwerkskammer oder aber der entsprechende Berufsverband weiterhelfen.
Faustregeln sind nur eine Richtlinie. Der Liquiditätsgrad sollte zusätzlich den Anforderungen Ihrer Branche und dem Unternehmen angepasst werden.

Welche Bedeutung hat das Eigenkapital?

Simpel ausgedrückt ergibt sich bei einem Einzelunternehmen das Eigenkapital aus der Differenz zwischen Betriebsvermögen und den Schulden. Bei bilanzierenden Unternehmen ist dies als Position in der Bilanz ablesbar. Eine Mindestausstattung von Eigenkapital stellt sicher, dass nicht schon geringere Verluste zu einer Überschuldung und damit zum Konkurs (i.S. von Insolvenz) führen. Je höher Ihr Eigenkapital ist, desto besser ist auch Ihr Verhandlungsspielraum mit den Kreditgebern. Das Eigenkapital sichert daher die Zukunft Ihres Unternehmens. Als Faustregel gilt heute eine Quote von mindestens 1:5 (Eigenkapital zu Fremdkapital). Je höher die Eigenkapitalquote ist, desto besser steht Ihr Unternehmen da. Wenn Sie sich als Unternehmer offensiv den Chancen und Herausforderungen der nächsten Jahre stellen wollen, wird die Ausstattung Ihres Unternehmens mit ausreichendem Eigenkapital zum strategischen Faktor für Wachstum und unternehmerischen Erfolg. Die Eigenkapitalausstattung ist nämlich der Maßstab für die Investitionsfähigkeit und Unabhängigkeit Ihres Unternehmens.

Auch hier gilt: Faustregeln sind nur ein Anhaltspunkt!

TIPP: Ihre Eigenkapitalquote sollte mindestens 20 % betragen. Wenn Sie für Investitionen in die Zukunft oder die Umsetzung Ihrer Geschäftsideen mehr Eigenkapital benötigen, sollten Sie auch einmal Bekannte, Verwandte und Ihren Freundeskreis auf eine Finanzspritze für Ihr Unternehmen ansprechen. Beachten Sie auch, dass die öffentliche Hand, also Bund und Länder, Unternehmer mit innovativen und erfolgversprechenden Geschäftsideen, die nicht über bankübliche Sicherheiten verfügen, mit Eigenkapitalhilfe, Bürgschaften und Kapitalbeteiligungen unterstützen können. Erkundigen Sie sich danach bei Ihrer zuständigen Kammer, Ihrem Kreditinstitut (Hausbank) oder auch bei der Deutschen Ausgleichsbank (DtA) bzw. der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Weitere Informationen und verschiedene Beispiele können Sie auch der Förderdatenbank des BMWA bzw. den einschlägigen Broschüren entnehmen: www.bmwi.de/foerderdb/

Welche Bedeutung hat der Cash Flow?

Die aus dem amerikanischen kommende Kennzahl "Cash Flow" bringt zum Ausdruck, inwieweit Ihr Unternehmen von der finanziellen Seite her in der Lage ist, aus eigener Kraft die finanziellen Mittel zur Erfüllung der existenziell wichtigen Aufgaben bereitzustellen.

Vom Cash Flow werden in zweifacher Weise Aussagen erwartet:

Einerseits dient er der Beurteilung der Liquidität. Diese lässt sich mit dem Cash Flow besser beurteilen als mit Liquiditätskennzahlen.

Andererseits kann der Cash Flow zur Analyse Ihrer Ertragskraft herangezogen werden, denn er enthält solche Posten, die häufig zur Gestaltung des ausgewiesenen Gewinns verwendet werden (z.B. Abschreibungen) und kann deshalb kaum durch Maßnahmen der Jahresabschlussgestaltung beeinflusst werden.

Der Cash Flow ist der Teil des Umsatzes, der an Liquidität im Unternehmen zurückbleibt und für Investitionsausgaben, zur Schuldentilgung und zur Gewinnausschüttung zur Verfügung steht. Er ist also keine frei verfügbare Größe.

Sie haben gesehen, dass auch mit Hilfe des Cash Flow noch eine weitere Kennzahl berechnet werden kann: Der Cash Flow in % vom Umsatz. Hier gilt: Je größer der prozentuale Wert ist, um so weniger ist Ihr Unternehmen auf Mittel von außen angewiesen, desto größer ist Ihre Unabhängigkeit.

Was bedeutet Umsatzrendite?

Unter Rendite versteht man eine Kennzahl, bei der eine Ergebnisgröße (hier: Jahresüberschuss) durch eine dieses Ergebnis beeinflussende Größe (hier: Umsatz) dividiert wird. Die Umsatzrendite zeigt an, wie gut Sie Ihre Leistungen am Markt verkaufen und wie kostengünstig Sie diese herstellen können. Die Umsatzrendite gibt an, wie viel betriebsbedingter Gewinn je € 1,- Umsatz erzielt wird. Das ist die Gewinnspanne Ihres Unternehmens. Je höher die Umsatzrendite ist, um so mehr Spielraum besteht, mögliche Verkaufspreisrückgänge und Kostensteigerungen aufzufangen. Sie sollten sich bei der Umsatzrendite an branchenspezifischen Zahlen, die es unter anderem bei Ihrer Kammer gibt, orientieren.

Wichtig: Vorsicht bei Gewinnvergleichen mit anderen Unternehmen. Manche Unternehmen setzen kalkulatorischen Unternehmerlohn, Miete und/oder Zins an und manche nicht. Da gibt es leicht ein verzerrtes Bild. Um sich selbst nichts vorzumachen, sollten Sie immer die kalkulatorischen Kosten ansetzen.

TIPP: Durch die Überprüfung der wichtigsten persönlichen Kennzahlen schaffen Sie die Voraussetzungen, um Schritt für Schritt von der Späterkennung zur Früherkennung zu kommen. Aufbauend darauf können Sie dann Ihre Ziele gegebenenfalls neu bestimmen und entsprechende Sofort-Maßnahmen ergreifen. Dazu sollten Sie sich zunächst einmal ganz konkret die Ausprägung Ihrer ganz persönlichen Kennzahlen vor Augen führen.

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